Wie findet man seinen eigenen Weg zwischen Studium, Forschung und Unternehmertum – und warum ist gerade Nicht-Planen manchmal der beste Plan? Genau diesen Fragen widmete sich ein inspirierender Abend an der UMFST-UMCH.
In einem persönlichen und zugleich praxisnahen Vortrag nahm Julius Balkenhol die Studierenden mit auf seine eigene Reise und zeigte auf, warum Studium, Forschung und Unternehmertum jeweils große Chancen, aber auch klare Grenzen haben. Entscheidend sei es, diese Grenzen zu erkennen – und sie mithilfe von Wissen und Kompetenzen aus den anderen Bereichen zu überwinden.
Eine der zentralen Botschaften des Abends: Go with the flow. Gerade zu Beginn des Berufswegs entsteht oft der Druck, alles bereits genau planen zu müssen. Doch zu frühe Gewissheit kann Flexibilität kosten. Wer offen bleibt, kann Chancen erkennen, lernen und sich weiterentwickeln. Letztlich – so Julius – misst sich jeder Erfolg daran, wie gut wir zur Lösung realer Probleme beitragen.
Nach intensiven Studienjahren engagierte sich Julius früh in KI- und histopathologischen Forschungsprojekten bei Centroderm. Diese Arbeit führte ihn weiter zu Aisencia, einem Unternehmen, das heute hochmoderne KI-Modelle für die Dermatopathologie sowie benutzerfreundliche Softwarelösungen für Labore entwickelt. Parallel war Julius an einem groß angelegten statistischen Forschungsprojekt zur Epidemiologie des Plattenepithelkarzinoms in Deutschland beteiligt.
Im Rahmen dieser Tätigkeit wurde schnell ein zentrales Hindernis sichtbar: Viele Pathologielabore verfügen nicht über die notwendige digitale Infrastruktur, um KI effizient einzusetzen. Hohe Kosten, komplexe Planung und ein unklarer Return on Investment stellen große Hürden dar. Gemeinsam mit seinem Partner Sören Wierzba gründete Julius daher ein Beratungsunternehmen, das Pathologielabore ganzheitlich unterstützt – von der strategischen Planung bis zur wirtschaftlich nachhaltigen Umsetzung digitaler Infrastrukturen. Heute wird das Unternehmen von einem wachsenden Team aus Beratung und Entwicklung getragen.
Zum Abschluss bereicherte Lala Sarkissian, Mitarbeiterin im Unternehmen und selbst Studentin der UMFST-UMCH, den Abend mit einer eindrucksvollen persönlichen Geschichte. Nach einer anfänglichen Absage im Bewerbungsprozess ließ sie sich nicht entmutigen – und wurde später Teamleiterin. Ein starkes Beispiel dafür, dass Durchhaltevermögen und Lernbereitschaft entscheidende Erfolgsfaktoren sind.
Ein Abend, der inspirierte: Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig Offenheit, interdisziplinäres Denken und der Mut sind, reale Probleme anzupacken – Werte, die die Studierenden der UMFST-UMCH auf ihrem Weg in Medizin, Forschung und Unternehmertum begleiten.
